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ROBERT ROBERTHIN |
| 1600-1648 |
Auctumni tollit taedia longa Venus.
Die Sonn ist abgegangen
Von jhrer hohen Bahn
Vnd schielet das Verlangen
Der Welt nur seitwerts an.Die Lufft entzieht der Erden
Das warme Himmel-Naß /
Davon entgeht den Heerden
Die Weid' an Laub vnd Graß.Der Nordwind lesst sich hören
Daß alles Thieren grawt /
Mit frieren zu versehren /
Der Felder Laub vnd Kraut.Der Wald gleicht einer Wüsten
Von Thier und Vögeln leer;
Mars stellet ein sein Rüsten /
Der Kauffmann schewt das Meer;Der Schäfer lässt sein Singen
Vnd heitzt den Ofen an /
Die Kälte zu bezwingen
Verkreucht sich was nur kan.Drumb wer anjetzt zum Lieben
Ein ziemlich Mittel hat /
Der woll' es nicht verschieben
Vnd löffle sich nur satt!Denn / wer es recht erweget /
Sieht / wie sich alles übt /
Daß es sich bichte leget
Vnd so die Wärme liebt.
Quelle: Marian Szyrocki: (Hrsg.): Lyrik des Barock. Bd. I. Reinbek 1971.
© Helmut Schulze, 2006