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SIBILA PETLEVSKI

geb. 1964

FLEISCH, DAS NICHT VERWEST

Wie ein verlassener Pavillion, in dem träge ein Rudel Löwen
herumliegt, ein Säule, die nicht trägt und ein Quadrat, durch das der Stein
sich ins Fenster öffnet, wie ein Stück Fleisch aus dem durch Speichel
das Blut ausgewaschen. Wir träumten und es war, als sei es nicht im Traum gewesen,

als ob die wilden Tiere wirklich geflohen waren und die heimatlichen
Katzen mit ihnen verschwunden. Getan,
und nun kann nichts mehr unternommen werden, dass dem nicht so ist.
Beendet, obschon es andauert gleich Nahrung im Magen.

Neu, vollkommen neu und unvergleichlich, wie geboren
ohne Mutter im Wasser, das aufblühte, im Wind, der in Stücke barst,
Schmetterlingen gleich, so gewaltsam, dass Jenes, das danach
ins Sein trat, nie vergessen konnte, dass es zumindest einstmals
ganz sicher wusste, niemals aus eigener Kraft verschwinden
zu können, sondern nur mit unserer Hilfe,
die wir, wenn wir schon hier sind, auf unserer Zunge
Fleisch fühlen wollen, das nicht verwest.

Aus dem Kroatischen von Tatjana Markulin (© der Übersetzung bei Tatjana Markulin)


Meso koje ne propada

Kao napušten paviljon u kojem se izležava obitelj
lavova, stup koji ne podupire i kvadrat kojim se otvara
kamen u prozor, kao komad mesa iz kojeg se slinom
isprala krv. Sanjali smo i bilo je kao da nije bilo
u snu, kao da su stvarno odbjegle zvijeri i domaće
mačke se odmetnule zajedno s njima. Učinjeno,
i sad se više ništa ne može učiniti da ne bude tako.
Dovršeno, premda još traje kao hrana u trbuhu.

Novo, potpuno novo i neprispodobivo, kao rođeno
bez majke u vodi koja se rascvjetala, u zraku
koji se razletio u komade slične leptirima tako
silovito da ono što se stvorilo poslije toga nikada
nije moglo zaboraviti da je barem jednom znalo
sasvim sigurno da nikada neće moći nestati samo
od sebe, nego uz pomoć nas koji, kad smo već tu,
želimo osjetiti na svojem jeziku meso koje ne propada.


© Helmut Schulze, 2006