~~~|| Lasker-Schüler || Autoren L || LiberLey Index ||~~~


ELSE LASKER-SCHÜLER

geb. 1869 in Wuppertal-Elberfeld
gest. 1945 in Jerusalem

Elbanaff:

Min salihihi wali kinahu
Rahi hatiman
fi is bahi lahu fassun -
Min hagas assama anadir,
Wakan liachad abtal,
Latina almu lijádina binassre.
Wa min tab ihi
Anahu jatelahu
Wanu bilahum.
Assama ja saruh
fi es supi bila uni
El fidda alba hire
Wa wisuri - elbanaff!

Aus: "Ich räume auf!" (Zürich 1925), unter Vorausschickung folgender Worte: "Die Gedichte meines ersten Buches: Styx, das im Verlag Axel Juncker [1902] erschien, dichtete ich zwischen 15 und 17 Jahren. Ich hatte damals meine Ursprache wiedergefunden, noch aus der Zeit Sauls, des Königlichen Wildjuden herstammend. Ich verstehe sie heute noch zu sprechen, die Sprache, die ich wahrscheinlich im Traume einatmete. Sie dürfte Sie interessieren zu hören. Mein Gedicht Weltflucht dichtete ich u.a. in diesem mystischen Asiatisch."

Hier das Gedicht "Weltflucht":

1. Fassung (nach "Styx", 1902)

Ich will in das Grenzenlose
     Zu mir zurück,
Schon blüht die Herbstzeitlose
     Meiner Seele,
Vielleicht - ist's schon zu spät zurück!
O, ich sterbe unter Euch!
Da Ihr mich erstickt mit Euch.
Fäden möchte ich um mich ziehn -
Wirrwarr endend!
     Beirrend,
Euch verwirrend,
     Um zu entfliehn
          Meinwärts!

Spätere Fassung

Ich will in das Grenzenlose
Zu mir zurück,
Schon blüht die Herbstzeitlose
Meiner Seele,
Vielleicht ists schon zu spät zurück,
O, ich sterbe unter euch!
Da ihr mich erstickt mit euch.
Fäden möchte ich um mich ziehen
Wirrwarr endend!
Beirrend,
Euch verwirrend,
Zu entfliehn
Meinwärts.

 

Zitiert nach: Else Lasker-Schüler: Gedichte 1902-1943 (nach der von Friedhelm Kemp besorgten Ausgabe). München 1986 (7. Aufl. 1995). © Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main.

Nur für private Zwecke!


© Helmut Schulze, 2002